Die Behandlung von Magenkrebs besteht in der Regel aus mehreren Bausteinen, die individuell auf Sie abgestimmt werden. Welche Therapie zum Einsatz kommt, hängt unter anderem vom Tumorstadium, Ihrer allgemeinen Gesundheit sowie der Operabilität des Tumors ab. Zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten gehören Operation, Chemotherapie, Immuntherapie sowie in bestimmten Situationen Strahlentherapie oder zielgerichtete Therapien. Oft werden diese Verfahren miteinander kombiniert, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen.
Wie wird die Therapie geplant?
Nach Abschluss aller wichtigen Untersuchungen beginnt die Planung der Behandlung. Dabei berücksichtigen die Ärztinnen und Ärzte nicht nur Art und Stadium des Tumors, sondern auch Ihren Allgemeinzustand, mögliche Begleiterkrankungen sowie Ihre persönlichen Bedürfnisse.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das sogenannte Tumorboard. In dieser interdisziplinären Fallbesprechung kommen Fachärztinnen und Fachärzte aus verschiedenen Bereichen wie Chirurgie, Onkologie, Gastroenterologie, Radiologie und Pathologie sowie Pflegefachkräfte zusammen. Gemeinsam besprechen sie Ihre Befunde und entwickeln eine individuelle Therapieempfehlung. Anschließend wird diese Empfehlung ausführlich mit Ihnen diskutiert, sodass Sie die nächsten Schritte verstehen und aktiv mitentscheiden können.

Behandlungsmöglichkeiten in den einzelnen Stadien1,2


Je nach Stadium der Erkrankung, also je nachdem wie fortgeschritten der Tumor ist und ob er bereits Metastasen gebildet hat, kommen unterschiedliche Möglichkeiten der Therapie in Frage. Das Schaubild zeigt Ihnen eine Zuordnung der jeweiligen Optionen zu den verschiedenen Stadien. Eine Definition der einzelnen Stadien finden Sie hier.
Operation3,4
Bei einer Operation werden je nach Ausbreitung des Tumors unterschiedlich große Teile des Magens bzw. der Speiseröhre entfernt, um das Tumorgewebe möglichst ohne verbleibende Krebszellen zu entfernen. Ein solcher Eingriff kann im Alltag zu Begleiterkrankungen führen, welche von jeder Patientin und jedem Patienten unterschiedlich stark wahrgenommen werden.
Um die Erfolgsaussichten der Behandlung weiter zu verbessern, wird die Operation häufig mit anderen Therapieverfahren kombiniert.
Medikamentöse Therapien3,5
Bei der Behandlung von Magenkrebs steht mittlerweile eine Vielzahl verschiedener medikamentöser Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Die Chemotherapie ist hier sicherlich die bekannteste. Daneben besteht aber auch die Option auf eine Immuntherapie, die das Abwehrsystem des eigenen Körpers in die Bekämpfung des Tumors mit einbezieht, sowie zielgerichtete Medikamente, die bestimmte Merkmale der Krebszellen angreifen, die für das Wachstum wichtig sind. Auch hier sind Kombinationen möglich. Welche Therapieform für Sie infrage kommt, hängt von den spezifischen Umständen Ihrer Erkrankung ab.

Strahlentherapie3,4,6
Die Strahlentherapie kommt bei Patientinnen und Patienten mit Magenkrebs vergleichsweise selten zum Einsatz. Sie kann aber infrage kommen, z. B. wenn eine Operation nicht möglich ist oder wenn Beschwerden gelindert werden sollen. Die Strahlentherapie ist also keine Standardbehandlung für alle Betroffenen, sondern wird je nach Ausbreitung der Erkrankung gezielt eingesetzt.
Häufig wird sie dann mit einer Chemotherapie kombiniert, um die Wirkung zu verstärken.
Das Ziel der Strahlentherapie besteht darin, die Krebszellen im Magenbereich mithilfe hochenergetischer Strahlung gezielt zu schädigen. Dabei werden die Krebszellen entweder direkt abgetötet oder ihre Erbsubstanz (DNA) wird zerstört, sodass sie sich nicht mehr teilen können.

Prähabilitation

Regelmäßige Bewegung vor und während Ihrer Therapie kann Ihr körperliches und mentales Wohlbefinden positiv beeinflussen. Gerade bei einer Magenentfernung oder -teilentfernung kann eine gute Vorbereitung dabei helfen, den Eingriff besser zu verkraften.
Die sogenannte Prähabilitation bereitet Sie auf die bevorstehenden Belastungen der Behandlungen vor. Zu den möglichen Maßnahmen der Prähabilitation zählen unter anderem körperliche Aktivität, Ernährungsberatung und Atem- bzw. Entspannungstechniken. Frühzeitige Bewegung kann die Fitness vor einer Operation verbessern, die Erholung beschleunigen und das Risiko für Komplikationen lindern. Schon ein Spaziergang an der frischen Luft kann Ihre Lebensqualität erhöhen, Ihr Herz‑Kreislauf-System stärken und so einen spürbaren Unterschied machen.
Nachsorge und Rehabilitation7

Wie jede andere Therapie geht auch eine Magenkrebstherapie leider nie mit einer Erfolgsgarantie einher. Und immer stellt die Therapie selbst auch eine körperliche und psychische Belastung dar. Um Ihren Gesundheitszustand nach einer Behandlung zu überwachen sowie um sicherzustellen, dass Sie sich gut erholen und mögliche Rückfälle so früh wie möglich zu erkennen, gibt es engmaschige Nachsorge- und Rehabilitationsprogramme. Die Maßnahmen reichen hier von regelmäßigen Gesprächen und Untersuchungen bis hin zu ganz praktischen Ernährungsberatungen.
Fazit
Sie sehen also, dass Ihnen die moderne Medizin bei einer Magenkrebsdiagnose zahlreiche Möglichkeiten bietet, die dazu beitragen können, die Krankheit zu besiegen oder ihren Verlauf aufzuhalten bzw. zu verlangsamen.
Diese Vielzahl an Optionen macht Ihre Situation nochmals komplexer. Es empfiehlt sich daher unbedingt, umfassend und tiefgehend mit Ihrem Behandlungsteam über die jeweilige Art der Therapie und deren Erfolgsaussichten zu sprechen. Scheuen Sie sich nicht, hier auch kleinteilige Nachfragen zu stellen. Denn nur als informierte Patientin bzw. informierter Patient können Sie überlegte und begründete Entscheidungen für Ihren weiteren Weg treffen.
Referenzen
1 Krebsinformationsdienst. Immuntherapie gegen Krebs, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-immuntherapie.pdf, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
2 Krebsinformationsdienst. Magenkrebs: Behandlung und Nebenwirkungen, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/magenkrebs/behandlung, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
3 Krebsinformationsdienst. Nachsorge und Reha bei Magenkrebs, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/magenkrebs/nachsorge-und-reha, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
4 Leitlinienprogramm Onkologie. Patientenratgeber Magenkrebs – Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten (1. Auflage Mai 2013), online unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Magen.pdf, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
5 Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und des ösophagealen Übergangs; Version 3.1; Oktober 2025, online unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Magen.pdf , zuletzt aufgerufen Mai 2026.
6 Lordick F et al. Magenkarzinom, Onkopedia-Leitlinie, Stand August 2025, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/magenkarzinom/@@guideline/html/index.html, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
7 Lorenzen S et al. Onkopedia-Leitlinie Ösophaguskarzinom, Oktober 2025; https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/oesophaguskarzinom/@@guideline/html/ index.html; zuletzt aufgerufen Mai 2026.
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