Die Diagnose Magenkrebs bedeutet für jede betroffene Person den Beginn eines individuellen Weges im Umgang mit der Erkrankung.
Um die Diagnose Magenkrebs zu bestätigen, werden in der Regel verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Diese helfen dabei, ein möglichst genaues Bild Ihrer Erkrankung zu gewinnen. So kann nicht nur festgestellt werden, ob eine Krebserkrankung vorliegt, sondern auch, wie weit sie möglicherweise fortgeschritten ist.
Die Ergebnisse bilden die Grundlage für weitere Entscheidungen. Das sogenannte Tumorboard (eine fachübergreifende Runde von Expertinnen und Experten) wählt dann gemeinsam mit Ihnen die zu Ihrer Erkrankung und Ihren Lebensumständen am besten passende Therapie aus.
Zur Diagnose können unter anderem folgende Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen:
Magenspiegelung (Gastroskopie) & Gewebeuntersuchung (Biopsie)1,2
Die Magenspiegelung (Gastroskopie) ist die wichtigste Untersuchungsmethode zur Feststellung von Magenkrebs. Hierbei wird über den Mund ein dünner Schlauch mit Kamera eingeführt, der die Speiseröhre und den Magen zeigt. Verdächtige Stellen können direkt betrachtet und kleine Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden. In der Regel werden aus allen verdächtigen Bereichen mehrere Proben entnommen – meist mindestens acht pro Bereich, bei größeren Veränderungen auch mehr. Diese werden anschließend im Labor unter dem Mikroskop untersucht. Dabei wird geklärt, ob es sich um eine Vorstufe oder bereits um Krebs handelt. Auch die genaue Krebsart und die Aggressivität des Tumors können bestimmt werden. Werden Krebszellen nachgewiesen, spricht man von einem positiven Befund. Während der gesamten Untersuchung erhalten Sie ein Beruhigungs- oder Schlafmittel, sodass Sie den Eingriff kaum spüren. Wichtig: Sie müssen nüchtern sein, das heißt, Sie dürfen mehrere Stunden vorher nichts essen oder trinken. Ihr Behandlungsteam wird Sie in der Vorbesprechung hierzu genauer informieren.


Ultraschalluntersuchung (Sonografie)1,2
Die Sonografie, auch Ultraschalluntersuchung genannt, ist ein schmerzfreies und schonendes Verfahren. Mithilfe von Schallwellen werden Bilder aus dem Inneren des Körpers erstellt. Hierzu fährt die Ärztin oder der Arzt mit einem kleinen Schallkopf über die Bauchdecke. Dabei kann geprüft werden, ob sich der Krebs möglicherweise bereits ausgebreitet hat und ob sich Metastasen (Absiedlungen) gebildet haben.
Endoskopischer Ultraschall (EUS)1,2
Bei einem EUS wird ein „Ultraschall von innen“ durchgeführt. Dabei wird untersucht, wie tief der Tumor in die Magenwand eingewachsen ist. Diese Information ist für die Therapieplanung von entscheidender Bedeutung, da sie Aufschluss über die Operabilität des Tumors gibt.


Computertomografie (CT)/Kernspintomografie (MRT)1,2
Mithilfe von CT (Computertomografie) oder MRT (Magnetresonanztomografie) können einzelne Schichten des Körpers bildlich dargestellt werden. So lassen sich die genaue Größe und Lage des Tumors sowie Metastasen feststellen. Beim Magenkrebs wird vor allem das CT eingesetzt, um zu prüfen, ob sich Tumorzellen in Organe wie Leber oder Lunge ausgebreitet haben. Magenkrebs-Patientinnen und -Patienten erhalten normalerweise nur ein MRT, wenn ein CT aus individuellen Gründen nicht infrage kommt.
Bauchspiegelung (Laparoskopie)1–3
Im Unterschied zur Magenspiegelung, bei der die Speiseröhre und der Magen von innen betrachtet werden, dient die Bauchspiegelung (Laparoskopie) dazu, den Bauchraum genauer zu untersuchen. So wird geprüft, ob sich der Tumor bereits über den Magen hinaus, beispielsweise auf das Bauchfell, ausgebreitet hat. Ziel ist es,
peritoneale Metastasen (Absiedlungen von Krebszellen am Bauchfell) auszuschließen. Hierzu wird über einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke ein dünnes Endoskop mit Kamera eingeführt, mit der sich der Bauchraum direkt einsehen lässt. Für diese Untersuchung ist eine Narkose erforderlich, weshalb ein kurzer Krankenhausaufenthalt notwendig ist.


Biomarker bei Magenkrebs1
Sogenannte Biomarker können wichtige Informationen über die biologischen Eigenschaften eines Tumors liefern. Weist der Tumor diese Merkmale auf, können gezielte Therapien eingesetzt werden. Wichtige Tumormarker, die insbesondere bei fortgeschrittenem Magenkrebs eine wichtige Rolle spielen, sind z. B. PD-L1, Claudin 18.2 oder HER-2. Ärztinnen und Ärzte nutzen bestimmte Biomarker vor allem für die Behandlungsplanung. In diesem Fall spricht man von prädiktiven Biomarkern. Diese werden in der Regel in Gewebeproben des Tumors untersucht und zeigen, ob eine gezielte Therapie sinnvoll sein kann.
Zusammenfassung
Es gibt verschiedene Untersuchungsmethoden, die zur Diagnose von Magenkrebs eingesetzt werden und wichtige Informationen für die Therapieplanung liefern. Im Mittelpunkt steht jeweils die genaue Bestimmung der Lage und Größe des Tumors sowie möglicher Metastasen. Zusätzlich können Laboruntersuchungen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt dabei unterstützen, die Therapie individuell auf Ihre Erkrankung abzustimmen.
Referenzen
1 Krebsinformationsdienst. Diagnose Magenkrebs: Untersuchungen bei Krebsverdacht, unter:
https://www.krebsinformationsdienst.de/magenkrebs/diagnostik, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
2 Leitlinienprogramm Onkologie, Patientenratgeber Magenkrebs – Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten (1. Auflage Mai 2013), online unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Magen.pdf, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
3 Lordick F et al. Onkopedia-Leitlinie Magenkarzinom, August 2025; https:// www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/magenkarzinom/@@guideline/html/index.html, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
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