Magenkrebs verstehen

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Der Magen hat die Aufgabe, Nahrung mit Magensäure zu verdauen und Keime abzutöten, wobei seine Schleimhaut sich ständig erneuert, um sich vor der aggressiven Säure zu schützen. Kommt es über lange Zeit zu Reizungen oder Entzündungen, bspw. durch das Bakterium Helicobacter pylori, Rauchen, Alkohol oder sehr salzreiche Nahrung, wird diese Schutzschicht geschädigt.1,2 Die Zellen müssen sich dann häufiger reparieren und neu teilen, wodurch die Wahrscheinlichkeit für Fehler im Erbgut der Zellen steigt. Solche Fehler können dazu führen, dass sich Zellen unkontrolliert vermehren und ihre normale Funktion verlieren.

Solche veränderten Zellen unterscheiden sich von gesunden Zellen und werden häufig als „entartet“ bezeichnet.3 Normalerweise sterben sie ab oder werden vom Immunsystem erkannt und beseitigt. Manche Zellen können dieser Kontrolle jedoch entgehen, vermehren sich weiter und wachsen ungebremst. So können bösartige Tumoren entstehen, die man auch als Karzinome oder Krebserkrankung bezeichnet.3

Aufbau des Magens und der Speiseröhre1,2

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein muskulöser Schlauch, der den Mund- und Rachenraum mit dem Magen verbindet. Über sie gelangt die geschluckte Nahrung in den Magen. Ihre Innenwand ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, deren oberste Schicht aus flachen sogenannten Epithelzellen besteht. Diese Zellen schützen die Speiseröhre vor mechanischer Belastung beim Schlucken.2

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Der Magen ist Teil des Verdauungssystems und liegt im linken oberen Bereich des Bauchs. Er nimmt die Nahrung aus der Speiseröhre auf, speichert sie und verarbeitet sie zu einem Brei, der anschließend portionsweise an den Dünndarm weitergegeben wird. Anatomisch wird der Magen in mehrere Abschnitte unterteilt:1

  • den Mageneingang, über den die Nahrung in den Magen gelangt,
  • den Magenfundus, in dem sich geschluckte Luft sammelt,
  • den Magenkörper, in dem die Nahrung verdaut und zwischengelagert wird, sowie
  • den Magenausgang, der die Weitergabe des Speisebreis in den Darm steuert.

 

Die innerste Schicht der Magenwand ist die Magenschleimhaut. Sie enthält zahlreiche Drüsenzellen, die Magensäure und weitere Verdauungsstoffe produzieren. Drüsenzellen werden in der Medizin auch Adenozellen genannt. Diese helfen, die Nahrung aufzuspalten und Keime abzutöten. Gleichzeitig schützt eine Schleimschicht die Magenwand vor der aggressiven Magensäure. Durch rhythmische Muskelbewegungen, die sogenannte Peristaltik, wird der Speisebrei im Magen durchmischt und schließlich in den Dünndarm weitergeleitet.1

Tumorarten

In den meisten Fällen handelt es sich bei Magenkrebs um sogenannte Adenokarzinome. Als Adenokarzinome werden Tumore bezeichnet, die aus Drüsenzellen der Schleimhaut entstehen, also aus Zellen, die unter anderem schützenden Schleim bilden. Andere Magenkrebsarten sind deutlich seltener.1

Bei Speiseröhrenkrebs ist es etwas anders: Die Speiseröhre ist überwiegend mit flachen Deckzellen (Plattenepithelzellen) ausgekleidet, weshalb im oberen Bereich häufiger Plattenepithelkarzinome auftreten. Im unteren Abschnitt nahe dem Übergang zum Magen kommen dagegen vermehrt Drüsenzellen vor, sodass es dort häufiger zur Entstehung von Adenokarzinomen kommt.2

Durch einen langjährigen Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Reflux) kann ein sogenannter Barrett-Ösophagus entstehen. Dabei wird die empfindliche Schleimhaut im unteren Bereich der Speiseröhre immer wieder gereizt und geschädigt. Als Reaktion passt sich der Körper an und ersetzt die ursprünglichen Schleimhautzellen nach und nach durch Zellen, die denen der Magenschleimhaut ähneln. Ärztinnen und Ärzte sprechen hier von einem Übergang zu einem Zylinderepithel. Diese Veränderung ist zunächst gutartig, kann sich jedoch weiterentwickeln. Über weitere Zellveränderungen kann im Laufe der Zeit ein Adenokarzinom entstehen.4

Zusammenfassung

Die Schleimhaut des Magens und die des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen muss sich ständig erneuern und reparieren, um sich vor der Magensäure und anderen äußeren Einflüssen zu schützen. Durch diese dauernde Zellneubildung steigt das Risiko, dass sich Fehler im Erbgut ansammeln und sich krankhafte Zellen entwickeln, aus denen Krebs entstehen kann. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkohol sowie die Behandlung einer gegebenenfalls vorliegenden Helicobacter-Infektion können das Risiko einer Erkrankung vermindern.4

Referenzen

1 Krebsinformationsdienst. Magenkrebs (Magenkarzinom), unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/magenkrebs, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
2 Krebsinformationsdienst. Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom), unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/speiseroehrenkrebs, zuletzt aufgerufen Mai 2026. 

3 Krebsinformationsdienst. Wie entsteht Krebs?, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/krebsentstehung, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
4 ONKO-Internetportal. Speiseröhrenkrebs, Ösophaguskarzinom – Ursache und Risikofaktoren, unter: https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/weitere-krebsarten/speiseroehrenkrebs/ursache-und-risikofaktoren.html, zuletzte aufgerufen Juni 2026.

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