Leider ist noch nicht abschließend geklärt, warum manche Menschen an Magenkrebs erkranken. Vermutlich sind verschiedene Faktoren beteiligt, die in Kombination zu dieser Krebserkrankung führen. Einige Risikofaktoren konnten jedoch bereits identifiziert werden. So können z. B. Entzündungen, wie eine chronische Gastritis oder ein Magengeschwür sowie der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zur Krebsentstehung beitragen. Auch ungünstige Ernährungsgewohnheiten können die Entstehung von Magenkrebs begünstigen.1,2
Überblick über bekannte Risikofaktoren1,2
Familiäre Vorbelastung durch Magenkrebs
Rauchen und regelmäßiger hoher Alkoholkonsum
Stark salz- und nitratreiche Nahrung wie gepökelte oder geräucherte Lebensmittel
Bestimmte seltene genetische Syndrome
Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori
Veränderung der Schleimhaut in der unteren Speiseröhre (Barrett-Ösophagus)
Achtung gefährlich: Helicobacter pylori1,2
Als wichtigster Risikofaktor für eine Magenkrebserkrankung gilt heute eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Das Bakterium siedelt sich in der Magenschleimhaut an und kann dort über viele Jahre hinweg chronische Entzündungen verursachen. Aus diesen dauerhaften Veränderungen kann sich in manchen Fällen ein Tumor entwickeln. In Deutschland ist etwa jede 3. Person mit dem Bakterium infiziert, wobei nur 1 bis 2 von 10 infizierten Personen ein Geschwür des Magens oder Zwölffingerdarms entwickeln. Eine Ansteckung erfolgt wahrscheinlich direkt von Mensch zu Mensch, oft schon im Kindesalter, vor allem in Haushalten mit engem Zusammenleben oder bei schlechten Hygienebedingungen. Der genaue Ansteckungsweg ist allerdings nach wie vor unklar. Das Bakterium lässt sich durch einen Atem- oder Stuhltest oder im Rahmen einer Magenspiegelung mit Entnahme kleiner Gewebeproben nachweisen.

Häufigkeit von Magenkrebs3,4
Magenkrebs ist in Deutschland die neunthäufigste Krebserkrankung bei Männern und die zehnthäufigste bei Frauen. Seit einigen Jahren sind die Zahlen allerdings rückläufig. Im Jahr 2023 erkrankten schätzungsweise 5.580 Frauen und 9.040 Männer daran.
Bei Männern entsteht der Krebs zudem häufiger am Übergang von der Speiseröhre zum Magen und es wird erwartet, dass die Zahl der Erkrankung insbesondere im höheren Alter in den kommenden Jahren ansteigen wird.

Zusammenfassung
Auch wenn die Zahlen vor allem für Magenkrebs zurückgehen, bleibt es doch eine relevante Gefahr für die Gesundheit. Neben familiärer Veranlagung, ungesunder Ernährung gilt vor allem das Bakterium Helicobacter pylori als wichtige Ursache.
Referenzen
1 Lorenzen S. et al. Ösophaguskarzinom, Onkopedia-Leitlinie, Stand Oktober 2025, unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/oesophaguskarzinom/@@guideline/html/index.html#ID0EMWBG, zuletzt aufgerufen Juni 2026.
2 Lordick F et al. Magenkarzinom, Onkopedia-Leitlinie, Stand August 2025, unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/magenkarzinom/@@guideline/html/index.html, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
3 Krebsinformationsdienst. Magenkrebs: Risikofaktoren und Auslöser, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/magenkrebs/risikofaktoren, zuletzt aufgerufen Mai 2026.
4 Robert Koch-Institut (Hrsg.) und Deutsches Krebsregister e. V. (Hrsg.). Krebs in Deutschland für 2021–2023, 15. Ausgabe, Berlin 2025.
DE-95921



