Magenkrebs Infos

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Allgemeiner Hinweis

Auf dieser Webseite sind mit dem Begriff „Magenkrebs“ sowohl Tumoren des Magens als auch solche des Übergangs zur Speiseröhre gemeint. Der Einfachheit halber wurden sie hier begrifflich zusammengefasst.

Wie entsteht Magenkrebs?

Magenkrebs und Krebs am Übergang des Magens zur Speiseröhre (gastroösophagealer Übergang) zählen zu den sogenannten soliden Tumoren. Das bedeutet, dass sie in einem bestimmten Organ entstehen und zunächst genau dort wachsen, wo sie ihren Ursprung haben. Für die Einordnung ist deshalb der genaue Entstehungsort entscheidend. Ein Tumor, der in der Magenschleimhaut entsteht oder mehr als zwei Zentimeter unterhalb des Übergangs zur Speiseröhre (Ösophagus) liegt, wird als Magenkrebs klassifiziert. Tumoren, die direkt im Übergangsbereich entstehen, werden entsprechend als Krebs des gastroösophagealen Übergangs beschrieben. Tumoren in der Speiseröhre werden dagegen als Speiseröhrenkrebs bezeichnet.1,2
 
Im Laufe des Lebens können Zellen durch verschiedene Einflüsse geschädigt werden, beispielsweise durch Umweltfaktoren, Ernährungsgewohnheiten oder Fehler bei der Zellteilung. Solche veränderten Zellen unterscheiden sich von gesunden Zellen und werden häufig als „entartet“ bezeichnet.3
 
Normalerweise sterben sie ab oder werden vom Immunsystem erkannt und beseitigt. Manche Zellen entgehen dieser Kontrolle jedoch, vermehren sich weiter und wachsen ungebremst. So können bösartige Tumoren entstehen, die man auch als Karzinome oder Krebserkrankung bezeichnet.3

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Aufbau des Magens und der Speiseröhre

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Abb. 1: Aufbau des Verdauungssystems und der Magenschleimhaut. Modifiziert nach 1.

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein muskulöser Schlauch, der den Mund- und Rachenraum mit dem Magen verbindet. Über sie gelangt die geschluckte Nahrung in den Magen. Ihre Innenwand ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, deren oberste Schicht aus flachen Epithelzellen besteht. Diese Zellen schützen die Speiseröhre vor mechanischer Belastung beim Schlucken.2
 
Der Magen ist Teil des Verdauungssystems und liegt im linken oberen Bereich des Bauchs. Er nimmt die Nahrung aus der Speiseröhre auf, speichert sie und verarbeitet sie zu einem Brei, der anschließend portionsweise an den Dünndarm weitergegeben wird. Anatomisch wird der Magen in mehrere Abschnitte unterteilt:1

  • den Mageneingang, über den die Nahrung in den Magen gelangt,
  • den Magenfundus, in dem sich geschluckte Luft sammelt,
  • den Magenkörper, in dem die Nahrung verdaut und zwischengelagert wird, sowie
  • den Magenausgang, der die Weitergabe des Speisebreis in den Darm steuert.

Die innerste Schicht der Magenwand ist die Magenschleimhaut. Sie enthält zahlreiche Drüsenzellen, die Magensäure und weitere Verdauungsstoffe produzieren. Diese helfen, die Nahrung aufzuspalten und Keime abzutöten. Gleichzeitig schützt eine Schleimschicht die Magenwand vor der aggressiven Magensäure. Durch rhythmische Muskelbewegungen, die sogenannte Peristaltik, wird der Speisebrei im Magen durchmischt und schließlich in den Dünndarm weitergeleitet.1

Tumorarten

In den meisten Fällen handelt es sich bei Magenkrebs um sogenannte Adenokarzinome. Diese Tumoren entstehen aus Drüsenzellen der Schleimhaut, also aus Zellen, die unter anderem schützenden Schleim bilden. Andere Magenkrebsarten sind deutlich seltener.1
Bei Speiseröhrenkrebs ist das anders: Die Speiseröhre ist innen vorwiegend mit flachen Deckzellen (Plattenepithelzellen) ausgekleidet. Daher treten im oberen Bereich häufiger Plattenepithelkarzinome auf, während Adenokarzinome eher im unteren Bereich nahe dem Übergang zum Magen vorkommen.2

Risikofaktoren für die Entstehung von Magenkrebs

Leider ist noch nicht abschließend geklärt, warum manche Menschen an Magenkrebs erkranken. Vermutlich sind verschiedene Faktoren beteiligt, die in Kombination zu dieser Krebserkrankung führen. Einige Risikofaktoren konnten jedoch bereits identifiziert werden. So können z.B. Entzündungen, wie eine chronische Gastritis oder ein Magengeschwür sowie andere Vorerkrankungen des Magens zur Krebsentstehung beitragen. Auch ungünstige Ernährungsgewohnheiten können die Entstehung von Magenkrebs begünstigen.4,5

Weitere bekannte Risikofaktoren sind z. B.:

  • Familiäre Vorbelastung durch Magenkrebs
  • Rauchen und regelmäßiger hoher Alkoholkonsum
  • Stark salz- und nitratreiche Nahrung wie gepökelte oder geräucherte Lebensmittel
  • Bestimmte seltene genetische Syndrome

Als wichtigster Risikofaktor gilt heutzutage eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Es siedelt sich in der Magenschleimhaut an und kann dort über viele Jahre hinweg chronische Entzündungen verursachen. Aus diesen dauerhaften Veränderungen kann sich in manchen Fällen ein Tumor entwickeln. In Deutschland ist etwa jede 3. Person mit dem Bakterium infiziert, wobei nur 1 bis 2 von 10 infizierten Personen ein Geschwür des Magens oder Zwölffingerdarms entwickeln. Eine Ansteckung erfolgt wahrscheinlich direkt von Mensch zu Mensch, oft schon im Kindesalter, vor allem in Haushalten mit engem Zusammenleben, oder bei schlechten Hygienebedingungen, wobei der genaue Ansteckungsweg unklar ist. Das Bakterium lässt sich z. B. durch einen Atem- oder Stuhltest oder im Rahmen einer Magenspiegelung mit Entnahme kleiner Gewebeproben nachweisen.4,5

Wie häufig erkranken Menschen an Magenkrebs?

Magenkrebs ist in Deutschland die 9. häufigste Krebserkrankung bei Männern und die 10. häufigste bei Frauen. Seit einigen Jahren sind die Zahlen allerdings rückläufig. Im Jahr 2023 erkrankten schätzungsweise 5.580 Frauen und 9.040 Männer daran. Bei Männern entsteht der Krebs zudem häufiger am Übergang von der Speiseröhre zum Magen.6

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Abb. 2: Häufigkeit von Magenkrebs bei Männern und Frauen in Deutschland6

Welche Symptome können bei Magenkrebs auftreten?

In den frühen Stadien verursacht Magenkrebs meist keine Beschwerden. Die ersten Anzeichen sind oft unspezifisch und lassen nicht sofort auf eine Krebserkrankung schließen. Einige Betroffene berichten von Bauchschmerzen, Übelkeit oder dem Gefühl, bestimmte Lebensmittel plötzlich schlechter zu vertragen. Auch Appetitverlust, eine Abneigung gegen bestimmte Speisen, z. B. Fleisch oder ein anhaltendes Völlegefühl können auftreten.
 
Solche Symptome können jedoch auch harmlos sein oder bei anderen Erkrankungen wie einer Magenschleimhautentzündung vorkommen. Wichtig ist: Halten die Beschwerden über mehrere Wochen an oder kehren immer wieder, sollten sie unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

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Abb. 3: Mögliche Symptome bei einem Magenkrebs-Verdacht.

Anlaufstellen bei Magenkrebsverdacht

Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung, wie beispielsweise Magenkrebs, äußert, kann das verunsichernd sein. Wichtig ist jedoch: Ein Verdacht ist noch keine Diagnose und viele zunächst beunruhigende Beschwerden haben harmlose Ursachen. Mit den richtigen Schritten lässt sich schnell klären, was wirklich dahintersteckt. Sie sind damit nicht allein.
 
Sollten Sie bei sich selbst Symptome bemerken, die länger anhalten, ist Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt die erste Anlaufstelle. Sie oder er kann Ihre Beschwerden einordnen, eine körperliche Untersuchung durchführen und entscheiden, ob weitere Schritte nötig sind. Oft erfolgt dann eine Überweisung an eine Gastroenterologin bzw. einen Gastroenterologen, also eine Fachärztin bzw. einen Facharzt für Magen- und Darmerkrankungen.

Welche Untersuchungen helfen weiter?8

Der wichtigste Schritt ist meist eine Magenspiegelung (Gastroskopie). Dabei kann die Magenschleimhaut direkt betrachtet und bei Bedarf Gewebeproben entnommen werden. Die Untersuchung dauert in der Regel nur wenige Minuten und kann durch Beruhigungsmittel oder eine Kurznarkose angenehm gestaltet werden. Erst danach lässt sich sicher sagen, ob tatsächlich etwas Auffälliges vorliegt.

Quellen:

1. Krebsinformationsdienst. Magenkrebs (Magenkarzinom), unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/magenkrebs (zuletzt aufgerufen März 2026).
2. Krebsinformationsdienst. Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom), unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/speiseroehrenkrebs (zuletzt aufgerufen März 2026). 
3. Krebsinformationsdienst. Wie entsteht Krebs?, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/krebsentstehung (zuletzt aufgerufen März 2026).
4. Lordick F et al. Magenkarzinom, Onkopedia-Leitlinie, Stand August 2025, unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/magenkarzinom/@@guideline/html/index.html (zuletzt aufgerufen März 2026).

5. Krebsinformationsdienst. Magenkrebs: Risikofaktoren und Auslöser, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/magenkrebs/risikofaktoren (zuletzt aufgerufen März 2026). 
6. Robert Koch-Institut (Hrsg.) und Deutsches Krebsregister e. V. (Hrsg.). Krebs in Deutschland für 2021–2023, 15. Ausgabe, Berlin 2025. 
7. Krebsinformationsdienst. Magenkrebs: Warnzeichen und Symptome, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/magenkrebs/symptome (zuletzt aufgerufen März 2026). 
8. Krebsinformationsdienst. Diagnose Magenkrebs: Untersuchungen bei Krebsverdacht, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/magenkrebs/diagnostik (zuletzt aufgerufen März 2026).

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